Lagerorganisation: Unser Ratgeber für ein strukturiertes, effizientes Lager

Lagerorganisation: Unser Ratgeber für ein strukturiertes, effizientes Lager

Veröffentlicht am:  | Lesezeit: 8 Minuten

Ein Lager ohne klare Struktur kostet einen Betrieb je Mitarbeiter im Schnitt ca. 30 Minuten Suchzeit pro Mitarbeiter. Bei einem Team von fünf Mitarbeitern sind das 2,5 Stunden täglicher Produktionsverlust. Falsch eingelagerte Ware, fehlende Beschriftungen oder unklare Lagerbereiche sind die häufigsten Ursachen für verzögerte Bestellungen und unnötige Nachbestellungen. Eine durchdachte Lagerorganisation im Unternehmen behebt genau diese Probleme.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Systeme es gibt und wie Sie Ihr Lager Schritt für Schritt strukturieren.

Was bedeutet Lagerorganisation?

Lagerorganisation beschreibt die systematische Zuordnung von Artikeln zu definierten Lagerplätzen und die Steuerung aller Warenbewegungen vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Ziel ist, dass Sie jeden Artikel in unter zwei Minuten finden, ohne dass Rückfragen sowie Umwege entstehen.

Das bedeutet konkret:

  • Jeder Lagerplatz hat eine eindeutige Adresse.
  • Jeder Artikel hat genau einen Platz.
  • Jede Warenbewegung buchen Sie sofort ein.

Definition: Lagerorganisation

Lagerorganisation steht für die systematische Planung, Strukturierung und Verwaltung aller Lagerbereiche, Lagerplätze und Warenbewegungen in einem Betrieb. Sie umfasst die Aufgabenbereiche der Einlagerung, Kommissionierung und Bestandsführung.

Welche Formen der Lagerorganisation gibt es?

Es gibt zwei etablierte Systeme, um in Ihrem Lager eine klare Organisation umzusetzen. Beide Vorgehensweisen unterscheiden sich jedoch grundlegend:

  1. Das Festplatzsystem gibt jedem Artikel dauerhaft einen festen Regalplatz, zum Beispiel C3-02 für Gang C, Regal 3, Fach 2. Jeder Mitarbeiter findet jeden Artikel ohne Systemabfrage. Das Festplatzsystem eignet sich für Betriebe mit stabilem Sortiment, wie z.B. Handwerksbetriebe, Gastronomiebetriebe und Dienstleister mit gleichbleibendem Materialbedarf.
  2. Das chaotische Lager arbeitet ohne feste Platzzuweisung. Sie lagern eingehende Ware an jedem freien Regalplatz ein, den das Lagerverwaltungssystem ausgibt. Die Lagerfläche nutzen Sie so um bis zu 25 Prozent effizienter. Für die Lagerorganisation in der Logistik und der Industrie ist dieses System daher weit verbreitet. Es setzt jedoch eine digitale Lagerverwaltung voraus.

Für Betriebe mit bis zu 2.000 Artikeln ist das Festplatzsystem die wirtschaftlichere Lösung.

Tipp: Mit dem Festplatzsystem starten

Starten Sie mit dem Festplatzsystem. Diese Art der Lagerplanung funktioniert mit einem einfachen Regalplan auf Papier und braucht keine teure Software. Erst wenn Ihr Lagerbestand auf über 2.000 Artikel wächst, lohnt sich die Umstellung auf ein digitales Lagerverwaltungssystem.

Wie räumen Sie ein Lager strukturiert ein?

Rechnen Sie damit, dass ein Lager sich nicht an einem Tag neu organisieren lässt. Damit der laufende Betrieb nicht unterbrochen wird empfiehlt es sich, dass Sie bei der Lagerorganisation zonenweise vorgehen.

Schritt 1: Lagerbereiche definieren

Teilen Sie Ihre Lagerfläche in vier Zonen auf.

  • Zone 1 ist der Wareneingang zum Prüfen und Einbuchen
  • Zone 2 ist die Hauptlagerfläche nach Warengruppen sortiert
  • Zone 3 ist der Kommissionierbereich für Bestellungen
  • Zone 4 ist der Warenausgang für versandfertige Ware

Fehlt diese Trennung, landet eingehende Ware im Kommissionierbereich und blockiert den Ablauf.

Schritt 2: Warengruppen logisch zuordnen

  • Artikel über 15 Kilogramm kommen auf Bodenhöhe
  • Artikel unter 2 Kilogramm in die oberen Regalfächer
  • Artikel mit täglicher Entnahme kommen in die ersten zwei Regalreihen
  • langsam laufende Artikel mit geringer Nachfrage platzieren Sie weiter hinten
  • Verstauen Sie Großpackungen in unhandlichen Formaten in unteren Regalfächern
  • Etablieren Sie kleine Verpackungseinheiten oder einzelne Artikel in oberen Regalfächern

Schritt 3: Lager übersichtlich beschriften

  • Legen Sie für jedes Regalfach eine Adresse fest, zum Beispiel B2-04.
  • Diese Adresse kleben Sie ans Regalfach, tragen sie ins System ein und drucken sie auf den Kommissionierzettel.
  • Bodenmarkierungen aus Klebeband zeigen Gänge und Zonengrenzen.

Checkliste: Lager strukturiert einräumen

  • Vier Lagerzonen definiert und beschriftet
  • Warengruppen getrennt und logisch zugeordnet
  • Schwere Artikel auf Bodenhöhe platziert
  • Regalfächer mit eindeutigen Adressen versehen
  • Bodenmarkierungen für Gänge und Zonen angebracht
  • Lagerplan für alle Mitarbeiter sichtbar aufgehängt

Wie funktioniert die ABC-Analyse in der Lagerorganisation?

Die ABC-Lagersystem ist das meistgenutzte Prinzip, um Lagerplätze nach wirtschaftlicher Bedeutung zu vergeben. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass 20 Prozent der Artikel für 80 Prozent aller Lagerbewegungen verantwortlich sind.

  • A-Artikel sind die umsatz- oder entnahmestärksten Produkte Ihres Sortiments. In einem Gastronomiebetrieb sind das Einweghandschuhe, Reinigungsmittel und Papierhandtücher in Standardgrößen. Diese Artikel platzieren Sie in den ersten Regalreihen direkt am Kommissionierbereich, maximal fünf Meter vom Packplatz entfernt. Jeder zusätzliche Meter Laufweg summiert sich bei 100 Entnahmen täglich zu einer messbaren Zeitbelastung.
  • B-Artikel entnehmen Sie regelmäßig, aber nicht täglich. Sie belegen die mittleren Lagerzonen mit guter, aber nicht optimaler Erreichbarkeit.
  • C-Artikel haben eine Entnahmefrequenz von einmal pro Monat oder seltener. Sie lagern diese Artikel im hinteren Lagerbereich oder in oberen Regalfächern, ohne den täglichen Betrieb zu beeinflussen.

Eine korrekt umgesetzte ABC-Methode verkürzt die durchschnittliche Kommissionierzeit um 20 bis 35 Prozent.

Lagerorganisation in Handwerk, Einzelhandel, Logistik und Industrie

Die Anforderungen zur Organisation eines Lagers unterscheiden sich je nach Betrieb.

Im Handwerk besteht das Lager typischerweise aus 300 bis 1.500 Artikeln: Ersatzteile, Verbrauchsmaterial und Werkzeug für mehrere parallele Aufträge.

  • Gehen Sie so vor, dass Sie nach Gewerk und innerhalb des Gewerks nach Baugröße oder Artikelnummer sortieren.
  • Ein Elektrobetrieb trennt Kabel von Schaltern, Schalter von Sicherungen, Sicherungen von Montagematerial.
  • So entnimmt jeder Monteur sein Auftragsmaterial in unter drei Minuten.

Im Einzelhandel wechselt das Sortiment saisonal. Daher sollte Sie die Produktgruppen auch dementsprechend im Lager platzieren:

  • Etablieren Sie für Saisonware eigene, klar definierte Lagerbereiche mit festen Einlagerungs- und Auslagerungsterminen.
  • Diese hinterlegen Sie in einem Jahresplan.
  • Winterware, die im März noch Hauptlagerfläche belegt, blockiert Regalplatz für Frühjahrsartikel und verlangsamt den Warenumschlag messbar.

Bei der Lagerorganisation in der Logistik und der Industrie entscheidet die Ausstattung des Lagers über den täglichen Durchsatz. Ein falsch platzierter A-Artikel kostet bei 300 Entnahmen pro Tag bis zu zwei Arbeitsstunden täglich, nur durch längere Laufwege. Folgende Hilfsmittel gehören zur Grundvoraussetzung für einen fehlerfreien Tagesbetrieb:

  • Barcode-Scanner am Wareneingang
  • FIFO-Einlagerung für chargen- oder datumspflichtige Waren
  • automatische Mindestmengenmeldungen

Innerhalb eines Lagers entsteht viel Müll. Mitarbeitende sollen im Rahmen der Lagerorganisation genau wissen, was ins Altpapier gehört und was in die Gelbe Tonne gehört.

In Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistungsbetrieben geht es vor allem um Verbrauchsmaterial wie Reinigungsprodukte, Papier- und Hygieneprodukte sowie Einwegmaterial.

  • Gehen Sie dazu über, für diese Artikel feste Mindestmengen festzulegen.
  • Fällt der Bestand unter die Mindestmenge, lösen Sie sofort eine Nachbestellung aus.
  • So vermeiden Sie, dass mitten im laufenden Betrieb wichtiges Material fehlt.

Abgesehen vor einer übersichtlichen Organisation des Lagers sollte Sie in der Gastronomie auf eine korrekte Lagerung von Lebensmitteln in Vorratsräumen und Kühlschränken achten.

Strukturiert nachbestellen für klare Lagerorganisation

Betriebe aus Gastronomie, Hotellerie und Handwerk decken ihren Bedarf an Hygieneprodukten, Einwegmaterial und Reinigungsmitteln am effizientesten über einen spezialisierten B2B-Lieferanten wie tissue-expert. Mit unseren Produkten in Großpackungen sichern Sie gleichbleibende Qualität, feste Konditionen und planbare Liefertermine für Ihre Lagerbestände. Folgende Produkte können Sie in Großpackungen bestellen:

Häufig gestellte Fragen zur Lagerorganisation

Warum ist eine gute Lagerorganisation wichtig?

Eine übersichtliche Organisation des Lagers ist ratsam, da jeder falsch eingelagerte Artikel doppelte Arbeit bedeutet. Sie müssen ihn suchen, umräumen und neu buchen. Bei 50 Lagerbewegungen täglich summiert sich das schnell auf mehrere Stunden Mehraufwand pro Woche.

Unter welchen Umständen ist eine strukturierte Lagerorganisation notwendig?

Die logische Organisation eines Lagers ist erforderlich, sobald mehr als eine Person im Lager arbeitet. Weitere klare Zeichen: Artikel liegen regelmäßig nicht am richtigen Platz, die Inventur dauert länger als einen Tag oder Bestellungen gehen mit falschen Artikeln raus.

In welchen Unternehmensbranchen ist eine systematische Lagerorganisation sinnvoll?

Die Umsetzung eines organisierten Lagers ist in jeder Branche essenziell, die physische Ware lagert. Handwerk, Industrie, Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Friseure, Fotografen. Die eingesetzten Systeme unterscheiden sich, aber klare Zonierung, eindeutige Beschriftung und geregelte Einlagerung gelten überall.

Was sind die Vorteile einer übersichtlichen Lagerorganisation?

Aus einem funktional angeordneten Lager ergeben sich Vorzüge wie kürzere Kommissionierzeiten, weniger Fehler und niedrigere Lagerkosten. Dazu eine saubere Bestandsführung, die Inventuren deutlich verkürzt, und mehr Arbeitssicherheit durch klare Wegführung im Lager.

Nach welchen Systemen lässt sich ein Lager übersichtlich anordnen?

Es gibt fünf bewährte Systeme, um ein Lager effizient einzusortieren. Das Festplatzsystem gibt jedem Artikel einen festen Regalplatz. Das chaotische Lager nutzt freie Plätze dynamisch und braucht eine Lagersoftware. Die ABC-Analyse bestimmt anhand der Entnahmehäufigkeit, welcher Artikel wo steht. Das FIFO-Prinzip stellt sicher, dass ältere Ware zuerst entnommen wird. Die 5S-Methode macht Ordnung im Lager zum festen Standard.

→ Eine strukturierte Lagerhaltung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess. Sortimente ändern sich, Artikel kommen dazu, Bestellmengen schwanken. Fangen Sie mit einer Zone an, beschriften Sie die Regalfächer und legen Sie die ABC-Einteilung fest. Der erste Schritt kostet einen halben Tag. Die Zeitersparnis danach ist dauerhaft.

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