
Plastik ist nicht gleich Plastik: Was gehört wirklich in die Gelbe Tonne?
6 Min. Lesezeit
Die Gelbe Tonne dient der Entsorgung von Leichtverpackungen, um Recycling und Umweltschutz zu fördern. Plastikteile und andere Wertstoffe werden wiederverwertet.
Tonnen und Müllsäcke in der Signalfarbe Gelb kennen wir bereits seit Jahrzehnten. In den Anfängen der 90er-Jahre wurde das erste Duale System entwickelt, welches für die Entsorgung von gebrauchten Verkaufsverpackungen in Deutschland steht und das der Großteil der Bevölkerung vor allem mit dem Grünen Punkt in Verbindung bringt. Dieses Entsorgungs- und Recyclingsystem für Verpackungen soll seit seiner Einführung Verpackungsabfälle getrennt erfassen, Primärrohstoffe einsparen und gesetzliche Verwertungsquoten sichern.
Im Laufe der Jahre sind diverse Duale Systeme entstanden (deutschlandweit gibt es aktuell zehn). Grundlage dafür bildet das Verpackungsgesetz von 2019. Diese verpflichtet Hersteller dazu, die Entsorgung ihrer Verpackungen zu organisieren und zu finanzieren. Doch auch 30 Jahre nach der Einführung fragen sich viele Menschen: Was kommt eigentlich in die Gelbe Tonne?
Warum ist Plastik-Recycling wichtig?
Durch die getrennte Entsorgung von Kunststoffverpackungen im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne können geeignete Materialien gesammelt, sortiert und dem Recycling zugeführt werden.
Beim Recycling werden verwertbare Kunststoffe aufbereitet und können als Ausgangsmaterial für neue Produkte eingesetzt werden. Voraussetzung dafür sind unter anderem die Eignung des jeweiligen Materials sowie die verfügbaren Sortier- und Recyclingverfahren.
Welches Plastik darf in die Gelbe Tonne, welches nicht?
Viel Müll, viele Entsorgungsmöglichkeiten. Aber geht es Ihnen ähnlich und Sie fragen sich bei manchen Abfällen, auf welche Art sie entsorgt werden sollen? Was gehört in welche Tonne? Dürfen alte Zahnbürsten beispielsweise in die Gelbe Tonne? Und was ist mit leeren Milchtüten? Sie bestehen schließlich aus Karton, Kunststoff und Aluminium, und zählen also zu klassischen Verbundstoffen.
Diese Dinge dürfen in die Gelbe Tonne und in den Gelben Sack
Das Bundesamt für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) schreibt auf seiner Webseite: “In der gelben Tonne beziehungsweise dem gelben Sack werden so genannte Leichtverpackungen gesammelt. Das sind Verpackungen aus Kunststoff, Metall, Verbundstoffen und Naturmaterialien.” Nicht nur Plastikverpackungsmüll ist hier richtig, sondern auch Metall wie Aluminium. Als Anhaltspunkt kann folgende “Was darf in den gelben Sack”-Liste dienen:
Plastikbecher
Joghurtdeckel
Wurst- und Käseverpackungen
Eisverpackungen
Konservendosen
Alufolien
Getränkekartons
Plastiktüten, wie etwa Nudeltüten
Kosmetikverpackungen aus Plastik
Verpackungsfolien, wie etwa von Toilettenpapier
alubeschichtete Verpackungen
Styroporverpackungen
Verbundverpackungen, wie Tiefkühlverpackungen (Pappe und Kunststoff) oder Butterverpackung (Papier mit Aluminium)
Pflanztöpfe
Was gehört nicht in die Gelbe Tonne? Und wohin gehört es stattdessen?
Entgegen der Meinung vieler, ist die Gelbe Tonne nicht dafür gedacht, jegliches Alt-Plastik oder andere ähnliche Abfälle zu entsorgen. Diese Abfälle haben dort nichts zu suchen:
Was? | Wohin sonst damit? |
|---|---|
Verpackungen aus Glas und Papier/Pappe/Kartonagen | Werden in Containern getrennt gesammelt |
Spraydosen mit Restinhalt | Problemstoffsammlung |
Kinderspielzeug aus Kunststoff, Holz oder Blech | Je nach Kommune auf dem Wertstoffhof, in der Restmülltonne oder beim Sperrmüll |
Kleineisenteile | Schrottcontainer |
CDs und DVDs | Wertstoffhof |
Elektronische Geräte | Wertstoffhof/Elektroschrottsammlung |
Zahnbürsten | Restmüll oder Wertstofftonne |
Bitte beachten Sie, dass es regionale Unterschiede bei der Trennung geben kann. Fragen Sie bei Unsicherheiten bei der zuständigen Kommune bzw. dem Entsorger oder der Abfallberatung vor Ort nach.
TIPP
Mülltrennung - so geht’s
Eine ausführliche Liste, was wie wo zu entsorgen ist, findet sich unter dem Link www.muelltrennung-wirkt.de. Dort können Sie neben sich neben Trenntabellen zudem die richtigen Ansprechpartner im Falle von regionalen Ausnahmen beim Recycling anzeigen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Gelber Tonne, Gelbem Sack und Wertstofftonne?
Seit über 30 Jahren wird der Verpackungsmüll im Idealfall gesondert entsorgt. Dies ist in aller Regel entweder über die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack möglich. Wo welche Methode angeboten wird, entscheiden die Kommunen. Bei den Abfällen, die in Sack und Tonne Platz haben, gibt es in der Regel keine oder kaum Unterschiede: In erster Linie sind dies Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech, Aluminium und Verbundstoff.
Ein wenig anders gelagert ist die Nutzung der Wertstofftonne, die sich hierzulande immer stärker ausbreitet. Das liegt nicht zuletzt an einem entscheidenden Vorteil. Dort hinein dürfen nicht nur Leichtverpackungen, sondern auch sogenannte “stoffgleiche Nichtverpackungen”. Während das ausgediente Plastikspielzeug des Kindes oder der alte Topf in der Gelben Tonne nichts verloren haben, dürfen sie in der Wertstofftonne landen und sich über ein zweites Leben als Recycling-Produkt freuen.
Was gibt es sonst beim Mülltrennen zu beachten?
Wer seinen Verpackungsmüll in Säcken in die Gelbe Tonne wirft, reduziert das Füllvolumen der Tonnen deutlich. Leichtverpackungen sollten deshalb besser lose hineingeworfen werden.
Die Verpackungen sollten restentleert sein, sie müssen aber nicht gespült entsorgt werden. Man nennt dies “löffelrein”.
Es muss nicht der Grüne Punkt abgebildet sein, um zu verdeutlichen, dass eine Verpackung in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehört. Seit 2009 besteht diese Kennzeichnungspflicht nicht mehr.
Verpackungsabfälle gehören nicht in den Restmüll, da sie dort der stofflichen Verwertung entzogen und direkt der Müllverbrennung zugeführt werden.
Was entsteht aus recyceltem Kunststoff?
Wer Kunststoffe richtig trennt, sorgt dafür, dass sie auch weiterhin nutzbar gemacht werden. Aus den aufbereiteten Rezyklaten der Gelben Tonne und des Gelben Sacks entstehen vor allem robuste Industrie- und Bauprodukte, beispielsweise Rohre, Kabelabdeckungen, Transportpaletten, Eimer sowie Abfallsäcke und Folien für den Non-Food-Bereich.
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